19.12.2019

Briefe



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ID: 7144 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 16.06.1843
 

Werthester Freund,
mögen Sie nun von mir halten was Sie wollen, ich kann Ihnen aber noch nicht Ruhe lassen! So eben erhalte ich einen Brief des Rigaer Theater-Director’s, der mir anzeigt, daß mein „fliegender Holländer“ auch dort bereits am 22 u. 25 Mai alt. Styl. „mit enthusiastischem Beifall“ – so schreibt mir der Theater-Director – aufgeführt worden ist. – Die dem Briefe beigefügte gedruckte Notiz kann ich mir nicht verwehren, Ihnen zuzuschicken, u. zwar mit der Bitte, nach Gefallen daraus für Ihre Zeitschrift zu entnehmen, was Ihnen recht dünkt. –
– Zürnen Sie mir nicht, u. halten Sie mich für keinen Journal-Lob-Hascher; allein, ich bin im ersten Stadium des Rufes, u. da dieser heute zu Tage eine absolute Lebensfrage für unsre Productionen ist, so muß ich jetzt noch auf die Nahrung bedacht sein.
Bitte, schicken Sie mir die Annonce wieder zurück? –
Leben Sie wohl u. halten Sie mich nicht für albern.
Stets bin ich
Ihr
wahrhaft ergebener
Richard Wagner

  Absender: Wagner, Richard (12918)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
89f.
 



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