19.12.2019

Briefe



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ID: 7130 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 19.04.1836
 

Magdeburg, den 19ten April 1836.
Liebster Freund,
Ich schicke Ihnen hier so eine Art Bericht über Magdeburg; es läßt sich nicht viel sagen u. es ist auch im Ganzen nichts damit gesagt. Ich habe Sie einmal darin angeredet,
– gefällt es Ihnen nicht, so ändern Sie es, wie Sie wollen. Ich konnte es mit dem besten Willen nicht umgehen, einiges über meine eigene Person zu sprechen, – einmal muß ich in einem Musikbericht über Magdeburg als hiesiger Musikdirektor mit erwähnt werden; zweitens wäre es albern mich selbst, ohne es verdient zu haben, herunter zu reißen, u. daß ich drittens über meine Oper schreibe hat besonders den Grund, weil sonst Niemand Anderes darüber schreibt, u. ich doch gern will, daß ein Wort darüber gesprochen werde. Es ist ein Jammer, wie man sich durchhelfen muß! Ich glaube übrigens nicht zu viel über mich gesagt zu haben. Trotzdem werden Sie wol finden, daß mein Name nicht u. gegen Niemand genannt werden darf, sonst wehe mir! –
Ich sehe Sie wahrscheinlich bald einmal wieder in Leipzig, u. freue mich, weiß Gott, herzlich darauf. Hier giebt es lauter Scheiskerle!
Adieu, liebster Schumann!
Ihr
Richard Wagner.

  Absender: Wagner, Richard (12918)
  Absendeort: Magdeburg
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
47f.
 



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