19.12.2019

Briefe



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ID: 10310 Brieftext


Geschrieben am: Montag 27.05.1872
 

Baden-Baden d. 27 Mai. 1872.
Lichtenthal 14.

Verehrte Frau

es ist nicht meine Schuld wenn ich so spät erst mein Versprechen, Ihnen meine Photographie zu senden, erfülle. Ich hatte keine Abdrücke mehr und habe mir Solche erst von England mitgebracht. Die Photographie wird nicht besonders gut gefunden, ist aber die Beste von den Vorhandenen. Ich |2| nehme diese Gelegenheit wahr Ihnen für Ihr liebes durch Ihre Tochter mir gesandtes Bild zu danken. Wie sehr wünschte ich mir endlich ’mal die Gelegenheit Sie kennen zu lernen! es ist aber, wenn ich nach sieben Monaten nach Hause zurückkehre, gar so schwer mich wieder los zu machen!
Welche Freude war mir die Bekanntschaft Ihrer lieben Kinder |3| vorigen Winter, und wie froh war ich zu hören daß Ihrer Tochter das Concert gut bekommen war, und sie jetzt Mutterglück genießt. Grüßen Sie, bitte, die beiden lieben Leute, an die ich oft und gern denke.
Indem ich Ihnen warm verehrend die Hand drücke bin ich Ihre
ganz ergeb
Clara Schumann.

P. S. Wäre denn kein |4| Gedanke daran, daß Sie ’mal hierher kämen?

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Lang, Josephine verh. Köstlin, Josephine (862)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 4
Briefwechsel Clara Schumanns mit Maria und Richard Fellinger, Anna Franz geb. Wittgenstein, Max Kalbeck und anderen Korrespondenten in Österreich / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Anselm Eber und Thomas Synofzik / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-015-5
187f.
 



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