Berlin d. 14 Jan. 60.
Gnädige Gräfin,
Sie entschuldigen, wenn ich heute nur kurz die Geschäftssachen beantworte. Fürerst: – der 26te Donnerstag ist mir also recht.
Billets erhalten Sie
400 für d. Saal à 20 sgl
50 à 1 rh f. die Kasse.
150 für die Gallerie.
Ich schicke nicht so viel als Sie schrieben – ich denke, wenn Diese Alle genommen werden, bin ich |2| zufrieden. Uebrigens habe ich immer Billets bei mir, also immer Aushülfe.
Ich möchte Sie freundlich ersuchen statt der Sonate mit Viol. von Robert Schumann, Sonate mit Viol. von Mozart zu setzen – die Sonate meines Mannes ist kein gutes Anfangstück, <über> überhaupt kein Stück für ein größeres Concert-Publikum.
Leider kann ich erst am 25ten von Cassel kommen, möglicherweise am 26ten |3| Früh, und da macht mir denn doch das Instrument Sorge! Sie haben wohl die große Güte zu sorgen, daß ich die Wahl unter Mehreren habe, oder vielleicht entschließt sich Herr Kuhn in Hannover mir Eines hinzuschicken.
Meines von Klems ist dann leider in Cassel. Noch eine Bitte: möchten Sie Sich gütigst bei Hrn. Abt etwa nach den üblichen Freibillets erkun digen, damit ja Niemand vergessen wird, z. B. die Kapellmeister, Concertmeister, arme Musiklehrer ect.
|4| Ich möchte doch noch Einiges an dem Programm ändern
bitte also wie folgt:
1) Sonate für Clavier u Viol von Mozart.
2 bleibt.
3 – Variations serieuses von F. Mendelssohn – ich.
4 – bleibt.
5 – a) Schlummerlied von Robert Schumann
b) Tempo di Ballo von D. Scarlatti
c) Gavotte v. J. S. Bach.
Das Andere bleibt Alles.
Haben Sie Nachsicht mit diesen eiligen Zeilen. Sollten Sie mir irgend Wichtiges noch zu sagen haben, <und Sie> so bin ich Samstag d. 21 Mittags auf der Durchreise nach Hannover in Braunschweig.
Ich komme mit dem Schnellzug, und Sie könnten mir dann Jemand auf die Bahn schicken. Mit 1 000 Dank gnädige Frau Gräfin ergebenste
Clara Schumann.
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