19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 4570 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 09.09.1845
 

Berlin den 9ten September 1845.
Hochverehrter Herr!
In der leider schon oft getäuschten Hoffnung, endlich ein Antwortschreiben auf drei an Theodor Kirchner von mir abgesandte Briefe zu erhalten, aus welchem ich Ihnen dann Mittheilungen hätte machen können, ließ ich die seit dem Empfang Ihres mir so werthen Schreibens verflossene Zeit vorübergehen, ohne dasselbe auf irgend eine Weise zu erwiedern. Da sich diese Hoffnung aber auch bei Uebersendung meines Erstlingswerkes an Kirchner nicht zu erfüllen scheint, so wird es mir zur Pflicht, nicht länger mit der ersehnten Äußerung meiner wahr und innig gefühlten Dankbarkeit zurückzuhalten. – Ich kann mir nicht denken, daß selbst die begabtesten Meister der Kunst nicht aus eigner Erfahrung die hohe Freude der Anerkennung kennen sollten, die dem Lernenden der Beifall eines als Vorbild verehrten Mannes bereitet. Deshalb verlasse ich mich auch hier weit weniger auf die Ueberredungskunst meiner Worte, als auf das Entgegenkommen Ihres eigenen vielleicht aus der Erinnerung geweckten Gefühls und füge nur die Versicherung noch hinzu, daß die allergünstigste Stimmung der öffentlichen Kritik gegen meine Versuche niemals das wird hervorrufen können, was Ihr weit schätzbareres Schreiben in meinem Innersten so freudig bewegte. Nehmen Sie zu jener noch die Versicherung, daß ich Ihre freundliche Ermunterung auf der begonnenen Bahn immer weiter vorzuschreiten mir werde als einen Stern dienen lassen, der Kunst nur so zu dienen, wie ich es ihrem hohen, göttlichen Werthe darf angemessen halten.
In wahrer Hochachtung
Ihr
ergebener
Albert Heintz

  Absender: Heintz, Albert (13208)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 210f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.