19.12.2019

Briefe



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ID: 3641 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 30.03.1852
 

Wohlgeborener Herr!
Hochgeschätzter Herr!
Eingedenk des Genusses, den Ihre und Ihrer geehrten Frau Gemahlin Concert unter anderen Zuhörern auch mir vor einigen Jahren in Dorpat bereitete; eingedenk der unübertrefflichen Liederkompositionen, welche in Livland, in jedem Hause möchte ich sagen, sich eingebürgert haben, und die ich auch von meiner Schwester so oft singen hörte – erlaube ich mir Ihnen, hochgeehrter Herr, gewissermaßen als Zeugen der lebendigen bleibenden Einwirkung, welche Ihre tiefgefühlten, melodischen Kompositionen auf ein empfängliches Gemüth äußerten, und Ihrer hochgeehrten Frau Gemahlin, deren gediegener Vortrag mir ewig unvergesslich bleibt, – beifolgendes Bändchen meiner soeben erschienenen Gedichte zuzusenden. Wenn diese Poesieen bei Ihnen freundliche Aufnahme fänden, auch nur eines oder das andere der Lieder anregend auf Ihre Seele wirkte, werde ich mich unendlich glücklich schätzen.
Mit vollkommenster Hochachtung habe ich die Ehre zu sein,
Mein Herr,
Ihr ganz ergebener
Jegór v Sivers
Wien 30 Maerz 52.

P. S. Wollten Sie mich mit einigen Zeilen erfreuen, so werden mich dieselben Berlin poste restante treffen.
ds. –

[BV-E, Nr. 4433]

  Absender: Sivers, Jegór von (1499)
  Absendeort: Wien
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 17
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-028-5
618f.
 



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