19.12.2019

Briefe



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ID: 11994 Brieftext


Geschrieben am: Montag 16.11.1885
 

Frankfurt a/M d. 16 Nov. 85.
32 Myliusstrasse

Geehrter Herr,
wenn ich mir erlaube diese Zeilen an Sie zu richten, so haben Sie es Herrn Brahms zuzuschreiben, der mich neulich, als wir Ihre Sinfonie u. „in der Dämmerstunde“ à 4/m zusammen |2| gespielt hatten, und er mein Vergnügen dabei sah, dazu ermuthigte, weil er glaubte, es werde Ihnen Freude machen.
Ich finde Ihre Compositionen so natürlich fließend, feinsinnig, oft träumerisch, nobel durchweg, immer wohlklingend, |3| – daß ich wahrhaftes Behagen dabei empfinde.
Es sollte mich freuen, hörte ich die Sinfonie einmal in ihrer ursprünglichen Gestalt, und vielleicht auch fügt es sich, daß mir einmal Gelegenheit wird Ihnen die hochschätzende Gesinnung persönlich auszusprechen mit der ich bin Ihre
ergb
Clara Schumann.
[Umschlag]
Herrn
Robert Fuchs.
Wien IV.
65 Hauptstrasse
Wieden.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Fuchs, Robert (14182)
  Empfangsort: Wien
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 4
Briefwechsel Clara Schumanns mit Maria und Richard Fellinger, Anna Franz geb. Wittgenstein, Max Kalbeck und anderen Korrespondenten in Österreich / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Anselm Eber und Thomas Synofzik / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-015-5
506f.
 



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