Hochgeehrtester Herr.
Den unendlichsten Dank bin ich Ihnen schuldig für die mir theure Be¬kantschaft dH Meser, welcher in musikalischer Hinsicht der organ ihres conce<t>rts war. Mit edlem Eifer wußte er mancher drohenden Gefahr zu begegnen und das Fräulein ist ihm dafür auf das innigste verpflichtet. Es wird Ihnen vielleicht darüber noch Vieles zu Ohren kommen, und namentlich ein sehr betrübendes Mißverständniß mit H Wieck. Ich habe Alles, was in meiner Überredungskraft stand, aufgeboten, dasselbe auch für Frl Clara’s Gunsten wieder zu verwischen, zumal da sie zu <ds> Paris gehen will, und es jedenfalls besser ist, daß sie dort Freunde statt Gegner antreffe. H Wieck hat mich gebeten, ihr Freund zu sein, ich habe es ver¬sprochen und werde es halten, denn ich verehre das Talent seiner Tochter außerordentlich. Aber was hilft die That eines Mannes, wenn Weiberrache sie vernichtet, und Frl. K. v. D ist von den hiesigen Künstler (die Sänger ausgenommen) keinesweges so behandelt worden, als der Ruf <>feiner Sachsen es erwarten ließ, und ich habe wieder einen schwarze Skizze des Künstlerneides entwerfen müssen. Adieu, mein Verehrter, ich werde Sie vielleicht auf meiner Rückreise von Berlin begegnen oder vielmehr aufsu¬chen. Ganz der Ihrige
Karl Schroeder.
Dresden, 28/11 38.
|4| Seiner Wohlgeboren
Herrn Robert Friese
Leipzig.
Neuer Neumarkt
in dessen Buch- und Musikalienhandlung
frei
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